Wohnt der Bundespräsident im Schloss Bellevue?

Vom / Wahl heute

Schloss Bellevue Foto: pixabay.de

1. Wohnt der Bundespräsident im Schloss Bellevue?
Nein. Das Schloss hat keine Wohnung mehr, nur noch Büros und Säle. Der Bundespräsident wohnt in einer Villa am Stadtrand von Berlin. Roman Herzog war der einzige Bundespräsident, der während seiner Amtszeit im Schloss gewohnt hat. Heute befinden sich in diesen Räumen Büros und Besprechungsräume. Die eigentlichen Büro-Räume des Bundespräsidialamtes befinden sich jedoch im so genannten „Präsidenten-Ei“ neben dem Schloss Bellevue.

2. Wie viele Amtssitze hat der Bundespräsident?
Zwei: das Schloss Bellevue in Berlin und die Villa Hammerschmidt in Bonn. Letztere war bis 1994 der Hauptsitz des Bundespräsidenten. Dann verlegte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker den ersten Amtssitz nach Berlin.

3. Welches Autokennzeichen hat sein Dienstwagen?
0 – 1. Die Kanzlerin hat 0 – 2, der Außenminister 0 – 3.

4. Wie redet man den Bundespräsidenten korrekt an?
Wenn man ihn mündlich anspricht, sagt man „Herr Bundespräsident“. In Schreiben lautet die Anrede „Sehr verehrter Herr Bundespräsident“ oder „Hochverehrter Herr Bundespräsident“. Im internationalen Schriftverkehr schlägt das Protokoll als dritte Anredemöglichkeit in beiden Fällen noch „Exzellenz“ vor. Wo das steht? Im Ratgeber für Anschriften und Anreden, den das Bundesinnenministerium verfasst hat.

5. Darf ein Bundespräsident Mitglied einer Partei sein oder bleiben?
Bundespräsidenten müssen zwar parteilich neutral agieren. Eine gesetzliche Vorschrift, die es ihm verbietet, während der Amtszeit einer Partei anzugehören, gibt es indes nicht. „Alle Amtsinhaber haben aber bisher mit Rücksicht auf den parteipolitisch neutralen Charakter ihres Amtes mit Amtsantritt die Mitgliedschaft in einer politischen Partei ruhen lassen“, heißt es auf der Internetseite des Bundespräsidenten.
Bislang gehörten alle Bundespräsidenten einer Partei an – außer Joachim Gauck. Sechs hatten ein CDU-Parteibuch (Heinrich Lübke, Karl Carstens, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Horst Köhler, Christian Wulff), zwei gehörten der SPD an (Gustav Heinemann und Johannes Rau) und zwei der FDP (Theodor Heuss und Walter Scheel).

6. Hat der Bundespräsident eine Vertretung, wenn er krank oder im Urlaub ist?
Ja. Dann übernimmt der Präsident des Bundesrates die Aufgaben. So steht es im Grundgesetz, Artikel 57. Im Moment ist das die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer. Im November 2017 wird turnusmäßig gewechselt. Dann geht das Amt auf den Regierenden Bürgermeister von Berlin über.

7. Seit wann hält der Bundespräsident zu Weihnachten eine Ansprache?
Seit 1970. Bis dahin war es üblich, dass das zu Weihnachten der Bundeskanzler macht und der Bundespräsident sich am Silvesterabend an die Nation wendet. 1970 kehrten Bundespräsident Gustav Heinemann und Bundeskanzler Willy Brandt jedoch die seit 1949 geltende Praxis um.

8. Kann ein Bundespräsident abgesetzt werden?
Das Grundgesetz sagt: ja. Und zwar in Artikel 61. Bundestag oder Bundesrat können beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen ihn einreichen, wenn sie der Meinung sind, dass er gegen das Grundgesetz oder ein anderes Bundesgesetz verstoßen hat. Sie müssen das aber mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen. Kommen die Karlsruher Richter zu dem gleichen Schluss, können sie den Bundespräsidenten seines Amtes entheben. Praktisch ist das aber bislang noch nicht vorgekommen.

9. Wer war am längsten Staatsoberhaupt?
Theodor Heuss und Richard von Weizsäcker sind bislang die beiden einzigen Bundespräsidenten, die zwei vollständige Amtszeiten für sich verbuchen können.

10. Wie viele Bundespräsidenten traten vorzeitig zurück?
Drei. Heinrich Lübke trat 1969 drei Monate vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit zurück. Horst Köhler erklärte Ende Mai 2010 seinen Rücktritt. Das war ein Jahr nach seiner Wiederwahl. Christian Wulff war keine zwei Jahre im Amt: Er legte den Posten am 17. Februar 2012 nach 598 Tagen nieder.

Menü